Strom kommt bekanntlich aus der Steckdose. Und Steckdosen gibt es fast überall. Strom ist billig, eine kWh kostet im Schnitt 20 Rappen. Zirka ein Viertel des Energieverbrauchs eines durchschnittlichen Haushalts entfällt auf Strom. Für Elektrogeräte verbraucht ein durchschnittlicher Zweipersonenhaushalt 4500 kWh pro Jahr. Am Arbeitsplatz hängt das natürlich sehr von der Art des Betriebs ab, weshalb hier auch keine allgemeinen Aussagen möglich sind. Aber da die Mehrheit der Bevölkerung in der Dienstleistungsbranche tätig ist, lassen sich viele Spartipps aus dem privaten Bereich übernehmen.

Während der durchschnittliche Stromverbrauch eines Haushalts seit 1991, trotz immer energieeffizienteren Geräten, um ein Viertel zugenommen hat, ist dank dem energieeffizienteren Einsatz elektrischer Geräte ein Einsparpotenzial von stolzen 50 Prozent gegeben.

Wie wird sich der Energiepreis entwickeln?

Die Schweiz hat den Ausstieg aus dem Atomstrom beschlossen. Obwohl unser Land beispielsweise als Wasserschloss Europas über natürliche Energiequellen verfügt, ist davon auszugehen, dass der Strompreis in Zukunft steigen wird. Zudem ist in der «Energiestrategie 2050» des Bundes vorgesehen, den gesamten Energieverbrauch der Schweiz massiv zu senken und den Stromverbrauch ab 2020 stabil zu halten, das heisst, er soll ab dann nicht mehr weiter zunehmen. 
Um dies zu erreichen, braucht es ganze Bündel von Massnahmen. Und: Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten.

Warum werden viele Energiesparpotenziale nicht ausgenützt?

Ein Elektroboiler verbraucht in einem durchschnittlichen Haushalt 2500 kWh pro Jahr. Fürs Kühlen und Gefrieren werden 750 kWh aufgewendet, fürs Waschen und Trocknen 650 kWh, für Beleuchtung 600 kWh, für Herd und Backofen 500 kWh und für elektronische Geräte (TV, Radio, Computer) rund 500 kWh. Fürs Kochen beispielsweise werden also Stromkosten von 100 Franken im Jahr fällig. Dies ist ein so kleiner Betrag, dass es einigen Energieaufwand braucht, um der Umwelt zuliebe Strom zu sparen. Aber: Er ist ohne grössere Einbussen an Lebensqualität gut möglich!

Tipps und Tricks fürs Stromsparen

Es ist zu unterscheiden zwischen Massnahmen, die keine Anfangskosten verursachen und solchen, deren Sparpotenzial sich erst nach einer Investition entwickelt. Aber allen Stromsparmassnahmen ist gemeinsam, dass sie ökologisch sind und einen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

  • Wer einen Elektroboiler verwendet, kann die Maximaltemperatur auf 50 Grad einstellen, dazu häufiger duschen als baden und hat damit bereits Strom gespart.
  • Ergänzt man dies auch noch durch die Anschaffung von Sparbrausen, welche an möglichst vielen Wasserhähnen montiert werden, sind weitere Einsparungen möglich.
  • Auch beim Kochen kann man Strom sparen: So ist das Vorheizen im Backofen mit wenigen Ausnahmen nicht wirklich nötig.
  • Übereinstimmende Herdplatten und Topfdurchmesser helfen ebenfalls.
  • Induktionsplatten oder Keramikkochfelder haben einen niedrigeren Energieverbrauch als die klassischen Herdplatten.
  • Maschinelles Trocknen der Wäsche verbraucht heute doppelt so viel Strom als das Waschen. Die Sonne zusammen mit einer Wäscheleine ist eine kostenlose Alternative.

Und schliesslich verbrauchen Elektrogeräte im Standby-Modus pro Jahr 400 kWh pro Haushalt. Viele Kaffeemaschinen verbrauchen im Stand-by sogar gleich viel Strom wie wenn sie in Betrieb sind. Anstatt bei Nichtgebrauch einfach den Netzstecker zu ziehen, kann man auch mit Zeitschaltuhren oder abschaltbaren Steckdosenleisten den Stromverbrauch reduzieren. Das gilt auch für die gesamte Beleuchtung im Haushalt.

Energiesparende Geräte, die immer mit einer Neuanschaffung verbunden sind, kosten natürlich zusätzlich Geld. Dies schreckt häufig vor dem Kauf beispielsweise einer LED-Lampe ab, die bedeutend teurer ist als eine herkömmliche Energiesparbirne. Wenn man aber die Gesamtrechnung über die Lebenszeit aufstellt, zeigt das verblüffende Resultat, dass man damit Geld spart. Das Gleiche, ohne solche Preisunterschiede am Anfang, gilt inzwischen für die meisten Haushaltsgeräte, die Strom brauchen. Wer es genau wissen will, kann sich ein Messgerät kaufen, das den Stromverbrauch jedes einzelnen Geräts angibt. Auf dieser Grundlage lässt sich dann eine umfassende Stromsparstrategie entwickeln – der Umwelt und der Zukunft zuliebe.

Eva Geilinger - Einfach per SMS heizen

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