Es ist gar nicht so lange her, seit Feuer und Rauch zum Kochen gehörten. Heute steht uns dafür eine Armada von Gerätschaften zur Verfügung. Viele Bauherren zerbrechen sich den Kopf ob der Frage: Wieviele Küchengeräte brauche ich denn wirklich? Wir zeigen Ihnen, auf was Sie achten sollen.

Die Küche ist auch heute unbestritten das Herz des Hauses. Sie hat sich in den vergangenen drei-vier Jahrzehnten zum zentralen Begegnungsort der Hausbewohner entwickelt. Küche und Wohnzimmer sind zur hellen und offenen Wohnküche verschmolzen. Hier laufen die Fäden des Hauses zusammen. Während der Zubereitung des Essens an der Wohninsel bespricht die Familie Sorgen des Schul- oder Arbeitstags. Oder man plaudert mit den Gästen. Da kann der Kochende zeigen, was er auf der Platte hat!

Qual der Wahl

Moderne Wohnküchen sind oft wahre Labors: Sie weisen allerhand raffinierte High Tech-Geräte auf: Die Kochinsel ist mit Induktionsherd, Dunstabzug, Kühl- und Tellerwärmerschublade bestückt, weist vielleicht auch einem Teppanyaki-Flächengrill oder einen Quooker für Heisswasser auf. An der Rückwand bietet eine beeindruckende Gerätebatterie ihre guten Dienste an: Backofen, Dampfgarer (Steamer), Mikrowellen, Coffee-Center, Geschirrspüler, Food-Center, eventuell auch einen Weinschrank. Will man das überhaupt? Hier beginnt für den Bauherren die Qual der Wahl: Was brauche ich, und auf was kann ich gut verzichten? "Entscheidend ist die Frage, wie gerne jemand kocht", sagt Andrin C. Willi, Chefredaktor der Zeitschrift für Ess- und Trinkkultur "marmite". "Eine Küche kann schnell zum ästhetischen Prestigeobjekt werden, vor allem wenn der Hausherr oder die Hausdame meistens Fertiggerichte zubereiten." Mit einer "überrüsteten" Küche könne man sich zwar profilieren, doch die besten Geräte nützten nichts, wenn sie nicht in Gebrauch stünden. Persönlich möchte Willi nicht mehr auf sein umfassendes Equipment verzichten, denn er sei ein Koch-Freak und für solch' emanzipierte Kochbegeisterte sei eine Küche ein laufender, beinahe unendlicher Prozess.

Elektrogeräte – die Revolution in der Küche

Bei der Auswahl der Geräte spielt ein anderer Aspekt eine wichtige Rolle. "Beim Produkteentscheid, der nach dem Besuch in der Bauzentrale, einer Baumesse oder beim Konsultieren des Internets gefällt wird, sollte die Energieeffizienz des Geräts eine wichtige Rolle spielen", sagt Eric Bush von der Stromspar-Website Topten. Wunderschön designte Geräte können sich als Energiefresser entpuppen. Fangen wir beim Unentbehrlichen an: dem Kühlschrank. Das waren noch Zeiten, als Mutter mich in den Keller schickte, um einlegte Eier oder im Sand eingeschlagene Karotten zu holen. Mit der einsetzenden Hochkonjunktur Ende der 1950er Jahre brach die Moderne im Haushalt an; Kühlschrank und Tiefkühltruhe ersparten fortan den Gang in den Keller. Und der Supermarkt machte das Einlagern von Gemüse und Eiern überflüssig.

Energie war langezeit kein Thema

Von Energie sprach damals noch niemand, denn die war im Überfluss vorhanden und so billig wie das Benzin für die Autos. Erst in den 1990er Jahren setzte das Energie- und Umweltbewusstsein auf breiter Front ein. 1996 brachte die EU die Energieetikette auf, die Schweiz zog nach. Sie zeigt, wie viel Strom ein Gerät verbraucht. Die farbige Regenbogenskala von A bis G, von grün (effizient) bis tiefrot (verschwenderisch) wurde zur vertrauten Orientierungshilfe in den Haushaltgeräte-Läden. Die Botschaft war klar: Wer ein gutes Geräte kauft, wählt die Effizienzkategorie A. Ob Kühlschränke, Gefriertruhen, Waschmaschinen oder Geschirrspüler – die Energieeffizienzklasse A stand für Strom sparend. Es war damals Stand der Technik. "Nach A ging lange nichts mehr", stellt Energieexperte Eric Bush von Topten fest. "Erst ab 2012 gab es mit den Klassen A+ bis A+++ wieder einen Technologieschub."

Geräte immer effizienter

Heute sind preiswerte A+++-Kühlgeräte "courant normal", obwohl immer noch Restbestände von A+ -Geräten zu Schleuderpreisen verhökert werden. Doch aufgepasst: Unter dem Strich können diese aber doppelt so viel Strom verbrauchen wie ein A+++-Gerät. Wer sein altes Tiefkühlgeräte gegen ein hocheffizientes A+++-Produkt auswechselt, macht eine erstaunliche Feststellung: Die Stromrechnung des Hauses kann glatt einen Drittel günstiger ausfallen, denn Kühlgeräte gehören zu den grossen Stromfressern im Haushalt. Ein Topten-Kühlgerät der Effizienzklasse A+++ mit 220 Litern Nutzinhalt spart während seiner 15-jährigen Nutzungsdauer rund 370 Franken Stromkosten gegenüber einem ähnlich grossen Gerät der Effizienzklasse A+. "Die technische Entwicklung wird weitergehen", freut sich Eric Bush.

Preise vergleichen

Bestgeräte lassen sich einfach und auf einen Blick auf www.topten.ch finden; hier werden die marktgängigen Produkte verglichen. Die Webseite enthält viele wissenswerte Informationen über ein Produkt. Zu jeder Geräteklasse bietet ein Ratgeber nützliche Hintergrundinformation an. Zum Beispiel diese: Statt vier Grad kann man beim Kühlschrank die Temperatur bedenkenlos auf 6 Grad erhöhen, was markant Energie spart. Ferner erfährt der Bauherr, dass Kühlgeräte nicht neben den Kochherd oder den Geschirrspüler platziert oder direkter Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden sollen. Denn je höher die Umgebungstemperatur ist, desto höher der Stromverbrauch. Das sind Details, an die vielleicht nicht jeder Innenarchitekt beim Entwurf der coolen Designerküche denkt.

Bei den auf Topten aufgeführten Preise handelt es sich um Bruttoverkaufs- oder Listenpreise, die auf Herstellerangaben basieren. In der Regel liegen sie rund 30 Prozent tiefer; in Fachmärkten sogar rund 60 Prozent. Topten führt weitere Anbieter auf, welche die zurzeit effizientesten Kühl- und Gefriergeräte ebenfalls wesentlich günstiger anbieten.

Geschirrspüler: mit der Sonne geht’s rascher

Der Geschirrspüler ist heute als Küchenhilfe unentbehrlich, vor allem für Familien. Seit Anfang 2014 gibt es bereits Geräte der Extraklasse, wie den Geschirrwaschautomaten der V-Zug. Der für Privathaushalte konzipierte Waschautomat ist sogar 40 Prozent besser als die Bestklasse A+++ der standardisierten Energieetikette und ist nun weltweit das energieeffizienteste Gerät auf den Markt. Pro Spülgang im Eco-Programm werden gerade noch 8,7 Liter Wasser gebraucht; zudem ist sie mit 40 Dezibel ein leiser Apparat.

Für die Erwärmung des Spülwassers wird eine Wärmepumpe in Kombination mit einem Latenzwärmespeicher eingesetzt. Mit einer Halbtaste kann bei tieferer Beladung Wasser und Energie gespart werden. Die neuen Geschirrspüler von heute sind intelligent: Mit feinsten Sensoren stellen sie sich auf Geschirrmenge und Verschmutzungsgrad ein und sparen so Wasser und Energie. Mit einem modernen Geschirrspüler zu spülen ist heute sogar günstiger, als mit der Hand abzuwaschen. In Kombination mit einer thermischen Solaranlage erspart man beim Aufwärmen des Wassers. Das V-Zug-Gerät hat ein Schnellprogramm mit 17 Minuten; allerdings braucht es mehr Energie als ein Langsamprogramm von 3 Stunden. Ein Spartipp: Geschirrspüler nur laufen lassen, wenn er voll ist.

Backöfen

Etwas Ähnliches lässt sich mit den Backöfen verfolgen; auch hier ist seit 1. Januar 2015 bei neuen Modellen die neue Energieetikette obligatorisch. Die besten Geräte erreichen jetzt die Klasse A+. Die Etikette wird auch hier die Entwicklung wieder ankurbeln, nachdem diese jahrelang stagniert hat. Bewertet wird die normal Ofenfunktion (mit und ohne Umluft), nicht aber die Steamerfunktion, falls vorhanden.

Vorteil beim Steamer: man kann gleichzeitig verschiedene Speisen garen. Wird dieser Vorteil oft ausgenützt, dürfte das energetisch nicht schlecht sein. Im Topten-Kochtest schnitt der Steamer allerdings nicht gut ab, die Steamer-Funktion des Backofens gar noch schlechter.

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