Plug-and-Play-Solaranlage: Ideen für Aufstellung und Stromnutzung

Wer sich mit der Anschaffung einer Stecker-Solaranlage beschäftigt, muss an viele Dinge denken. Vor allem aber: Wo ist für ein oder zwei Panels genügend Platz und viel Sonnenschein vorhanden – und wo könnte ich den Strom gut gebrauchen?

10 Min.
Vogelhaus-Miniaturmodell mit Solarzellen auf dem Dach – kleiner als eine Teetasse

Unsere Leserin P.H. aus R. hatte die nette Idee, ein Miniatur-Vogelhäuschen mit Solarzellen auszustatten, dieses ziert jetzt unser Büro und das Titelbild zum Beitrag. Echte Solaranlagen sind aber doch einiges grösser und schwerer. Rund 170 auf 100 Zentimeter und 22 Kilogramm sind pro Panel zu platzieren und zu befestigen.

Vielfältige Ideen aus unserem Wettbewerb

In unserem grossen Wettbewerb waren total 10 Mini-Solaranlagen zu gewinnen, fünf davon für besonders gute Antworten auf die eingangs gestellten Fragen. Eine Auswahl von Ideen haben wir hier zusammengestellt. Nicht alle guten Antworten konnten gewinnen. Nicht alle Gewinner-Antworten fanden im Beitrag Platz. Um falschen «Verdächtigungen» vorzubeugen, haben wir die Teilnehmenden anonymisiert und bei einzelnen Ideen haben wir uns einen Kommentar in kursiver Schrift erlaubt. Die Texte sind weitgehend original, Titel und Hervorhebungen haben wir hinzugefügt. Wir freuen uns, wenn wir weitere Interessierte motivieren können, sich mit dem Gedanken an eine Plug-and-Play-Solaranlage zu befassen.


Kleingeräte – und die Waschmaschine?

Wir würden die Stecker-Solaranlage auf dem Dachvorsprung (neben dem Balkon) aufstellen. Dieser ist optimal Richtung Süden ausgerichtet. Der eigene Sonnenstrom würde primär unsere Mobilität, die in erster Linie per E-Bike, aber auch per E-Auto erfolgt mit Solarenergie ermöglichen, was wir uns schon immer wünschen. Denn obwohl wir «grünen Strom» beziehen, wissen wir natürlich, dass der Strommix aus der Steckdose nicht nur «grün» ist. Aber wir haben auch viele Kleingeräte wie Handys, Tablets, Fotoapparate und auch unsere wiederaufladbaren Batterien, die sich über eine elementare Erhöhung des Solarstromanteils sehr freuen würden ;-).

Wir haben viele Kleingeräte wie Handys, Tablets, Fotoapparate und wiederaufladbare Batterien, die sich über eine elementare Erhöhung des Solarstromanteils sehr freuen würden.

Natürlich würden wir auch während unserer regelmässigen Homeoffice-Einsätze fast täglich Freude an der Sonnenstromunterstützung geniessen. Nicht zuletzt würden wir – aufgrund der Natur der Sache – die Benutzung unserer Waschmaschine/Abwaschmaschine auf Sonnentage legen – wenn immer möglich :-). Kurz: Wir sind bereit für eine Stecker-Solaranlage! (F.F. aus K.)

Kommentar Energie-Experten: Grössere Geräten wie Waschmaschine und  Geschirrspüler brauchen zeitweise deutlich mehr Strom, als eine Stecker-Plug-and-Play-Solaranlage mit maximal 600 Watt Leistung liefern kann. Den zusätzlichen Strom beziehen sie dann aus dem Nezt – was sich im Hochtarif an vielen Orten nicht auszahlt.


Ein Tinyhouse versorgen

Vor dem Tinyhouse in A., auf der freigespielten Südseite, kombiniert mit einem DIY Alu-Rahmen (noch zu bauen), der verstellbar ist und womit das Panel nach Sonnenstand ausgrichtet werden kann. Würde noch einen digitalen Spannungs- & Strommesser daran anbringen, um die Effektivität der ideal nach Sonnenstand ausgerichteten Panels zu prüfen 🤩 Herzlich, A. (A.W. aus A.)


Miss Sunny muss kühlen, kochen und massieren

Ich würde «miss sunny» auf das Dächli der Sonnenterrasse unseres Reiheneinfamilienhaus stellen. ☀️☀️ Kabel auf unserer Terrasse habe ich letzte Woche selber eingezogen und es fehlt nur noch mein kleines Balkonkraftwerk 🧨🧨, die miss sunny. ☀️

Ich wäre so mächtig stolz, allen zu zeigen in unserer Überbauung, wie einfach es ist, seinen Strom für Kühlschrank, kochen, Handy aufladen, mich im elektronischen Massagessel verwöhnen zu lassen, zu installieren. Bei den Temperaturen und extra Powerwatts bei 33 Grad bleib ich auch gerne mal drinnen und schau mir einen Netflix-Thriller an. Für die Abwechslung in den Coolpot zu steigen, mit Sprudel und Entchen, wäre auch drin und der DAB-Radio beim Planschen ist auch gleich dazugebucht für extra Stimmung. Für das muss ich aber noch sparen. 😉 Ich würde mich riesig freuen und meine Begeisterung für einen Beitrag an unabhängigen Strom und Umweltbewusstsein weitertragen. (M.M. aus I.)


Ventilatoren in der Studi-WG antreiben – und Tests durchführen

Unser Solaranlägli würden wir an unserem WG-Balkongeländer befestigen. Da wir Energiewissenschaftler, Maschinenbauer und Umweltingenieurstudenten sind würden wir wohl einen heiden Spass mit einem Solarpanel haben. Tests sind garantiert. Allenfalls ergänzen wir unseren Ämtliplan noch mit «Solarpanels umhenken» sodass wir zu jeder Tageszeit optimal produzieren. Auch wenn wir das nicht tun, wäre unser Balkon ein Glücksfall für das Panel. Das Balkongeländer ist nicht beschattet und mit 30 Grad Abweichung von Süden perfekt geeignet um im Winter Strom zu liefern. Im Sommer werden wir den Strom allenfalls auch verbrauchen können, da wir im Dachstock sind und wohl bald Ventilatoren notwendig sein werden. (N.M. aus A.)

Kommentar Energie-Experten: Ein Panel wiegt rund 22 Kilogramm und muss auch gegen stürmisches Wetter gesichert werden, so dass das Umhänge-Ämtli sehr anstrengend würde. Zum Glück ist der Balkon schon gut ausgerichtet.


Sekt kühlen und Vibrator aufladen

Ich würde es an die Stützmauer Richtung Südost hängen, damit andere es auch sehen und dazu animiert werden, vor allem der Bauer direkt daneben, der das ganze Dach seines Bauernhofs dann endlich mit Solar-Panels belegt.

Ich würde meinen Vibrator damit laden, damit es «nachhaltige» Orgasmen gibt.

Ich würde den Strom verwenden für den Kühlschrank, damit wir einen Sekt kalt stellen können und auf den Gratisstrom «nachhaltig» anstossen können und meinen Vibrator damit laden, damit es «nachhaltige» Orgasmen gibt. (A.G. aus K.)


Strom für thermische Solaranlage

Wir haben eine schöne Terrasse und wir würden die Anlage am Geländer anhängen. (Eine Aussensteckdose ist vorhanden.)

Mit dem Strom können wir die Sonnenkollektoranlage betreiben, so dass wir diese Wärme vollständig autonom produzieren können. Daneben bleibt sicher noch genügend Strom um unsere Nah- und Mittelverkehrsmittel (e-Bikes) zu laden. Diese sind nicht immer im Gebrauch (Homeoffice, freie Nachmittage) und können deshalb auch mal tagsüber zu Hause chillen und ihre Batterien füllen. (P.S. aus V.)

Kommentar Energie-Experten: Autonom ist hier womöglich richtig, autark hingegen wäre falsch. Vom Stromnetz unabhängig wird man mit einer Stecker-Solaranlage nämlich nicht, denn diese produziert nur Strom, wenn sie ihn in ein funktionierendes Stromnetz einspeisen kann. Dafür sorgt der Wechselrichter automatisch.


Vermieter könnte an jedem Balkon ein Panel installieren

Da unser Balkon nach Süden zeigt, haben wir den ganzen Tag Sonne. Den Sonnenstrom werden wir für den eigenen Haushalt brauchen. Wir achten bereits schon auf die Energieeffizienz in unserem Haushalt. Wir haben die Heizung bereits «smart» gemacht zum optimal Heizen.

Ich erhoffe mir zudem, dass der Vermieter Interesse an dem Solarmodul hat und sich überlegt, an jedem Balkon so ein Panel zu installieren.

Da wir leider zur Miete sind, ist man da relativ stark eingeschränkt in den Möglichkeiten. Wir können nicht einfach den Kühlschrank oder den Herd austauschen. Mit dem Solarmodul würden wir die [fehlende] Effizienz der älteren Geräte auch kompensieren. Ausserdem sind meine Frau und unsere zwei Kinder tagsüber zuhause, womit man sofort den produzierten Strom nutzen kann. Ich erhoffe mir zudem, dass der Vermieter Interesse an dem Solarmodul hat und sich überlegt, an jedem Balkon so ein Panel zu installieren. (A.G. aus S.)


Entfeuchter und Sound in der Dusche

Mit der Solaranlage am Balkongeländer würden wir den Entfeuchter betreiben, der in einem Badezimmer, das von drei jungen Erwachsenen im Akkord benutzt wird und weshalb schon Schimmelflecken an der Decke entstanden sind, dringend jeden Tag ein paar Stunden laufen sollte. Ach ja, plus die Soundanlage müsste auch mitgepowert werden, die es so dringend braucht. Denn wenn so ein junger Erwachsener duscht, kann er das anscheinend nicht in aller Stille tun. Nein, alle Nachbarn dürfen in den Genuss des sanglichen Opernsängerlein kommen, das lauthals mit der Musik das Wasserrauschen zu übertönen versucht … Seufz (S.S. aus B.)


Strom für die Wärmepumpe?

Auf dem Garagen Dach, verbrauchen würde es die Wärmepumpe und falls es noch reicht der Tiefkühler. Wäre schon toll gerade solche Verbraucher mit Solarstrom zu betreiben. (O.P. aus H.)

Kommentar Energie-Experten: Für den Betrieb einer Wärmepumpe wird die Leistung einer Plug-and-Play-Solaranlage nicht reichen. Aber der Strom wäre natürlich dort sinnvoll verwendet und könnte vollständig verbraucht werden.


Über der Garageneinfahrt, mit Nachbarn abgesprochen

Guten Tag, ich würde die Anlage prominent über der Garageneinfahrt in meinem Garten aufhängen. Dort hat es ein perfektes Geländer an welchem alles perfekt passen würde. Die Anlage wäre perfekt nach Südosten ausgerichtet um einen möglichst hohen Wirkungsgrad zu erreichen. Die anderen Eigentümer haben dem Vorhaben bereits zugestimmt, obwohl dies theoretisch nicht nötig wäre. Lieber keinen Streit riskieren!

Die anderen Eigentümer haben dem Vorhaben bereits zugestimmt.

Versorgen würde die Anlage die permanenten Verbraucher wie Kühlschrank, Tiefkühltruhe und Internet. Die Familie F. würde sich sehr freuen eine solche Anlage aufzustellen. (A.F. aus J.)


Ein Tag im Leben einer kleinen Solaranlage

In unserer Attikawohnung hat es zwei bezaubernde Terrassen, diejenige auf der Sonnenseite wird fast den ganzen Tag mit Sonne geflutet und eignet sich sehr dafür, wenn man im Liegestuhl liegt und sich etwas Sonnen will. Damit man nicht mehr so alleine wäre würde sich eine Solaranlage als Gesellschaft sehr gut eignen.

Mit dem dadurch gewonnen Strom könnte man direkt die Musikanlage speisen, welche einen in einem solch entspannten Moment mit etwas ruhigem Jazz beschallt. Natürlich würde ein Teil des Stromes zum Kühlschrank fliessen, welcher immer zuverlässig dafür sorgt, dass man zu jeder Zeit ein kühles Getränk holen kann um sich beim Sonnenbaden etwas abkühlen kann. Falls es in der Mittagshitze einmal etwas zu warm werden sollte kann man auch einen winzigen Teil des Stromes dazu benützen um die elektrisch betriebene Sonnenstore nach draussen zu fahren, somit könnte man etwas Schatten haben.

Ist sie mit all diesen Verbrauchern noch nicht ausgelastet könnte es sein, das ein Anteil des Stromes noch weiter fliesst und zwar bis zum Ladekabel über welches das Auto geladen wird.

Die Solaranlage würde jedoch weiter komplett der Sonne ausgesetzt sein wo sie sich wohlfühlt und ihre bestmögliches Tut um möglichst viel des schönen Sonnenlichts in sauberen und grünen Strom umzuwandeln. Ist sie mit all diesen Verbrauchern noch nicht ausgelastet könnte es sein, das ein Anteil des Stromes noch weiter fliesst und zwar bis zum Ladekabel über welches das Auto geladen wird. An einem schönen Sonntag würde sie dann die Solarzellen des Vermieters unterstützen, möglichst viel lokal erzeugen Strom zu verwenden, damit die Fahrten unter der Woche so ökologisch wie möglich zu gestalten.

Des weiteren würde es der Solaranlage hier auch ausgezeichnet gefallen da man doch etwas Ausblick über O. hat, so könnte sie die etwas quartierähnliche Atmosphäre in der Umgebung geniessen und trotzdem ganz in der Nähe das Stadtleben sehen. Das einzige, was auf ihre Stimmung schlagen könnte, wäre, dass es ab und an ein Flugzeug hat, dies könnte sie etwas stören, da sie sicherlich eine etwas ökologischere Art zu reisen vorziehen würde. Sollte es soweit kommen, kann sie sich sicherlich mit den Solarzellen des Vermieters austauschen, etwas über die Verschwendung lästern und dann besser gelaunt ihre Arbeit weiter ausführen. (B.G. aus O.)

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  • Martin Jendrischik

    Vor 2 Monaten

    Ein schöner Wettbewerb mit vielen, nachhaltigen Ideen 😉

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