Dekorierte Schachtel mit Lichterkette
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Weihnachtsbeleuchtung: So sparen Sie richtig

Das Fest des Lichts – Weihnachtszeit ohne gemütliche Beleuchtung drinnen und draussen ist undenkbar. Gerade im Detailhandel werden schon im Oktober die Läden dekoriert, was oft auch zusätzliche Beleuchtung beinhaltet. Spätestens im Verlauf des Novembers wird die offizielle Weihnachtsbeleuchtung auf Plätzen, an Strassen und Gebäuden installiert. Dann ist auch der Moment, wo viele Menschen ihre Wohnungen, Balkone und Gärten schmücken und feststellen, dass eine Beleuchtung zu ersetzen ist oder neu gekauft werden soll.

Nadja GrossNadja Gross4 min

Was ist zu beachten beim Kauf von Lichterketten und Co., um diese möglichst günstig und umweltschonend zu betreiben?

Rund zehn Prozent des Schweizerischen Stromverbrauchs, davon die Hälfte in den Haushalten, fällt der Beleuchtung zu. Und gerade in der Weihnachtszeit ist dieser Anteil massiv höher, Studien sprechen vom Jahresverbrauch einer Kleinstadt – oder von 25'000 Familien –, der für die Weihnachtsbeleuchtung zusätzlich aufgewendet wird. Das Einsparpotenzial ist nach wie vor gross, auch wenn sich in den letzten Jahren durch die stärkere Verbreitung von LED bereits einiges bewegt hat. Dennoch sind immer noch viele alte, ineffiziente Lichterketten im Einsatz. Hier gilt es, einige wichtige Aspekte zu beachten beim Kauf, aber auch in der Nutzung.

Wie findet man eine gute Weihnachtsbeleuchtung?

Bevor Sie sich nun die erstbeste Lichterkette kaufen, sollten Sie genau Ihre Bedürfnisse kennen. Bedenken Sie den Einsatzort, die passende Lichtfarbe und sinnvolles Zubehör. Achten Sie auf gute Produkte, die eine lange Lebensdauer haben. Denn die billigsten, qualitativ minderwertigen LED-Lichterketten gehen generell schneller kaputt.

Im Winter ist gutes Licht generell wichtig. Eine schöne Grundbeleuchtung, bei der man sich wohl und heimelig fühlt, schafft in Wohnräumen die Basis. Auf Topten finden Sie die energieeffizientesten Leuchten für drinnen und draussen. Dann reicht es auch, wenn einige wenige, stimmungsvolle Akzente für das speziell Weihnachtliche gesetzt werden.

LED-Lichterkette für drinnen oder für draussen?

Überlegen Sie sich, ob Sie die Lichterkette nur drinnen (warm, trocken) oder auch draussen verwenden möchten (Nässe, Kälte). Beachten Sie beim Kauf, dass nicht jedes Produkt auch für die Strapazen draussen geeignet ist. Oft ist der Einsatzbereich in Englisch angegeben, «outdoor» für draussen und «indoor» für drinnen. Zudem spielt auch die Kabelfarbe eine Rolle: Für Baum-Lichterketten empfiehlt sich ein schwarzes oder grünes Kabel, während für Fenster, Hausmauern und so weiter eher weisses oder gar durchsichtiges Kabel von Vorteil ist.

Gemütliche Lichtfarbe oder eisig kaltes Glitzern?

Qualitativ gute LED-Lichterketten gibt es in vielen verschiedenen Farben. Auch weisses Licht ist nicht einfach weiss. Rötliches-gelbes Licht wird als warmweiss, bläuliches Licht als kaltweiss bezeichnet. Speziell für Lichterketten gibt es eine noch wärmere Farbe: Bernstein. Für Lichterketten empfiehlt es sich auf Warmweiss oder Bernstein zu setzen. Wer es gerne eisig mag für glitzernde Schnee-Beleuchtungen, wählt Kaltweiss. Das Mass für die Lichtfarbe ist die Farbtemperatur in Kelvin (K).

  • Bernstein: 2200 K
  • Warmweiss: 2700–3500 K (Glühlampe 2700 K, Halogenlampe 3000 K)
  • Neutralweiss: 3500–5000 K
  • Kaltweiss: 5000–10’000 K (Tageslicht entspricht 6500 K)

Es gibt mittlerweile auch LED-Lichterketten in allen erdenklichen Farben. Gewarnt sei jedoch vor Billigware, diese ist oft qualitativ schlecht und das sieht man dann auch bei der Lichtfarbqualität.

Keine Batterie- oder Akku-betriebenen Beleuchtungen verwenden

Wählen Sie immer netzbetriebene Beleuchtungen aus, da Batterien – auch wenn sie wieder aufladbar sind – immer mit einem Energieverlust verbunden sind. So ersparen Sie sich auch den Aufwand des Aufladens oder des Batteriewechsels. Bei guten Lichterketten sind lange Zuführkabel integriert, womit auf Verlängerungskabel meist verzichtet werden kann.

Stark im Trend liegen auch solar betriebene Lichterketten. Hier gilt es zu beachten, dass gerade im Winter bei kalten Temperaturen Akkus weniger leisten. In der Kombination mit wenigen Sonnenstunden bedingt durch die Jahreszeit und bei trübem Wetter mit Wolken oder Nebel wird der Akku erst gar nicht geladen. Das führt dazu, dass diese Lichterketten oft nur für eine kurze Dauer am Abend betrieben werden können. Für die sommerliche Gartenbeleuchtung stellen sie jedoch eine gute Alternative dar.

Beleuchtungsdauer mit Zeitschaltuhr steuern

Es gibt Lichterketten, welche bereits eine Zeitschaltuhr – vielleicht sogar in Kombination mit einen Dämmerungssensor – integriert haben. Eine andere Möglichkeit ist es, eine separate Zeitschaltuhr zwischen Weihnachtsbeleuchtung und Steckdose zu schalten. Hier versteckt sich ein grosses Sparpotenzial. Überlegen Sie sich sehr gut, wann genau Ihre Weihnachtsbeleuchtung brennen soll. Ist es wirklich nötig, diese tagsüber eingeschaltet zu lassen? Der Nutzen ist oft gering, erstens weil es draussen hell ist, und zweitens, weil kaum jemand zuhause ist.

Definieren Sie die Beleuchtungszeiten also genau. Einschalten mit dem Eindunkeln, ausschalten zu Ihrer gewöhnlichen Schlafenszeit. Bei einer guten Zeitschaltuhr lassen sich auch einzelne Tage separat programmieren, so dass Sie am Wochenende, wenn Sie mehr Zuhause sind und später ins Bett gehen, die Beleuchtungsdauer verlängern können.

Mit dieser einfachen Massnahme lassen sich auch Kosten sparen. Lassen Sie nur schon eine einzige, effiziente LED-Lichterkette die ganze Festtagszeit über leuchten, kostet der Strom dafür rund 10 Franken. Mit einer gut programmierten Zeitschaltuhr, welche nur für einige Stunden am Abend einschaltet, sparen Sie bis zu vier Fünftel an Energie und Kosten, zahlen also nur 2 Franken für den Strom. Wenn man nun davon ausgeht, dass die meisten Leute mehr als eine Lichterkette besitzen, erkennt man das Sparpotenzial für die Energie und das Portemonnaie.

Kaufen Sie eine hochwertige LED-Lichterkette in der Lichtfarbe Warmweiss oder Bernstein und installieren Sie eine Zeitschaltuhr. So können Sie Kosten und Energie sparen.

Weniger Licht ist oft mehr

Es gibt mittlerweile alle nur erdenklichen Formen und Muster, blinkende Lichter, Farbverläufe, und viele weitere Spielereien. Auf den ersten Blick interessant und neu, jedoch sollte man sich die Frage stellen, ob nicht weniger mehr ist. Man läuft Gefahr, in die Rebound-Effekt-Falle zu tappen und plötzlich viel mehr Weihnachtsbeleuchtung aufzustellen, weil ja LED-Beleuchtungen soviel weniger Strom verbrauchen als die alten Glühbirnchen.

Natur und Nachbarn schonen durch Verzicht auf Lichtverschmutzung

Viele Leute fühlen sich durch wild blinkende Rentiere, Schlitten und Weihnachtsmänner in allen Farben im Garten des Nachbarn gestört. Bedenken Sie auch, dass es unnatürlich ist, wenn die Nacht zum Tag gemacht wird. Viele Tiere, aber auch Kinder und empfindliche Personen leiden unter der Lichtverschmutzung und sind froh, wenn die Beleuchtung nachts ausgeschaltet ist.

Die neue Beleuchtung der Rheinbrücke in Flurlingen (ZH) musste zwei Mal installiert werden. Zuerst wurde eine neue Beleuchtung gewählt, die dank LED viel heller war und trotzdem Strom gespart hat. Eine gute Sache, müsste man meinen, erhöht das doch die Sicherheit beim Überqueren. Doch die Anrainer und die Tierwelt, so etwa die geschützte Nordfledermaus, wurden durch die Blendung derart gestört, dass die Beleuchtung nochmals angepasst werden musste. Die neuen Leuchten in der Lichtfarbe Bernstein erhellen jetzt nicht mehr die ganze Umgebung, sondern beleuchten nur dort, wo das Licht gebraucht wird, nämlich auf Strasse und Trottoir. Die ganze Geschichte zum Nachlesen finden Sie hier im EKZ-Blog.

Nadja Gross, MSc Umweltnaturwissenschaften ETH, ist Projektleiterin Energieeffizienz bei Topten und betreut dort unter anderem die Kategorie Beleuchtung.

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Quelle Titelfoto: Vesna Kumić/Pexels

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Kommentare

  • Vera Salvisberg

    24.11.2020 16:10:02

    Wie viel Strom verbraucht denn so eine Zeitschaltuhr? Die braucht ja dann auch 24h am Tag Strom...

  • Nadja Gross

    24.11.2020 17:46:52

    Danke für die Frage, Frau Salvisberg!

    Zeitschaltuhren brauchen je nach Modell zwischen 1 und 2 Watt, also 24–48 Wh pro Tag, während die neuesten Geräte unter 0.5 W benötigen. Die digitalen brauchen etwas mehr als die manuellen, v.a. wegen dem Display.
    Selbst wenn nun also die Lichterkette bereits sehr effizient ist (hier ein Vergleich einer 30 m langen LED-Lichterkette mit 200 Lämpchen aus dem EKZ-Shop, Leistung 14 V), lässt sich dennoch viel Energie sparen. Wenn wir von einer Beleuchtungszeit von 17–23 Uhr ausgehen, so ist der Anteil der Zeitschaltuhr (24 Wh) am Gesamtverbrauch (24 Wh + 84 Wh) bei 22%.
    Nur wenn eine Lichterkette bereits sehr wenig Strom braucht (wie etwa das Modell hier https://shop.ekz.ch/ekz_de/catalog/product/view/id/184/s/led-lichterkette-660-cm-lang-35-leds/category/281/ mit nur 2,7 W), steigt der Anteil der Zeitschaltuhr stark an (24 Wh + 16,7 Wh) auf 60%.
    Dennoch kann der Verbrauch gegenüber einem Einsatz der Lichterkette ohne Zeitschaltuhr (wenn wir davon ausgehen, dass sie dann einfach durchgehend brennt) von 64,8 Wh auf 40,2 Wh um mehr als ein Drittel gesenkt werden.
    Idealerweise würde man in so einem «knappen» Fall mehrere Lichterketten über die gleiche Zeitschaltuhr steuern.
    Es ist klar, dass der finanzielle Anreiz, extra eine Zeitschaltuhr zu kaufen, nicht mehr gegeben ist bei diesen kleinen gesparten Strommengen.
    Hier ein Smartplug aus dem EKZ-Shop, https://shop.ekz.ch/ekz_de/smart-me-plug.html der unter 0,5 W benötigt und noch für viel mehr als nur als Zeitschaltuhr dient. Der ist zwar teuer, aber vielseitig und kann nicht nur zur Weihnachtszeit eingesetzt werden.