Tipps für die Auswahl von Lampen und Leuchten

Wie findet man die besten Lampen und Leuchten? Die Energieetikette auf der Verpackung gibt wichtige Hinweise zur Effizienz, aber auch andere Merkmale sind wichtig. Unsere Tipps und Erklärungen helfen, eine gute Wahl zu treffen.

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Skala von A (grün) bis G (rot) neben LED-Lampe

Die aktuelle Energieetikette verwendet eine Skala von A bis G. Möglicherweise sind einige Produkte noch mit Energieetiketten gekennzeichnet, die A++ als beste Klasse verwenden, doch diese gelten als veraltet.

Das sagt die Energieetikette über Lampen

Die Energieeffizienz eines Leuchtmittels wird durch das Verhältnis zwischen der erzeugten Lichtmenge (Lichtstrom in Lumen) und der zugeführten elektrischen Leistung in Watt angegeben. Je höher dieser Wert ist, desto effizienter ist das Leuchtmittel. Mehr Effizienz heisst weniger Energieverbrauch. Doch was bedeutet das genau? Und welche Merkmale lassen sich sonst noch über die Angaben auf der Verpackung entdecken?

Leuchte (für den Schreibtisch), Lampe (birnenförmiges Leuchmittel) und Birne (Frucht) als Strichzeichnungen
Eine Leuchte wie auch eine Lampe können als Lichtquelle gelten.

Was sind Lichtquellen?

Die Energieetikette bezieht sich auf die Lichtquelle. Lampen gelten immer als Lichtquellen. Das heisst, jede Lampe muss zwingend eine Energieetikette auf der Verpackung zeigen. Bei Leuchten ist es etwas schwieriger. Leuchten mit fest verbautem LED-Modul müssen ebenfalls eine Energieetikette zeigen. Die Lumenangabe einer Leuchte gilt für den Anteil des Lichts, der tatsächlich im Raum beim Anwender ankommt.

Je nach Bauart der Leuchte kann ein beträchtlicher Teil des Lichts geschluckt werden, zum Beispiel durch einen Lampenschirm. Bei Leuchten, die ein nicht austauschbares Leuchtmittel haben, gilt die Energieetikette für die Leuchte als Ganzes, also inklusive allfälliger Abschirmung.

Leuchten brauchen oft keine Energieetikette

Im Unterschied zu den Lampen ist für Leuchten mit austauschbarer Lichtquelle keine Energieetikette vorgeschrieben.

Alles ganz simpel, könnte man meinen. Wer eine Leuchte kauft, kann allerdings oft nicht so einfach feststellen, ob das LED-Leuchtmittel fix-verbaut ist oder von einer Fachperson ausgetauscht werden könnte. Denn nicht nur bei den Leuchten mit offensichtlich austauschbarem Leuchtmittel, wo man eine LED-Lampe selbst dazukaufen und einschrauben oder -stecken kann, braucht es keine Energieetikette. Selbst geklebte LED-Module können ersetzt werden. Deswegen sind die allermeisten verbauten Leuchtmittel in der Regel durch Fachleute austauschbar und die Leuchten müssen damit keine Energieetikette zeigen.

In einigen Fällen ist die Energieetikette des verbauten LED-Moduls in einer Anleitung zu finden. Diese sagt aber nichts über die Energieeffizienz der Leuchte als Ganzes aus, sondern gilt nur für das LED-Modul. Die gute Nachricht: Falls so ein LED-Modul kaputtgeht, ist in den meisten Fällen eine Reparatur möglich.

Informationen auf der Energieetikette

Auf der Energieetikette von Lampen und Leuchten findet sich die Energieklasse sowie der Stromverbrauch in Kilowattstunden (kWh) pro 1000 Stunden Brenndauer. Durch das Scannen des QR-Codes gelangt man direkt zum Produktdatenblatt der Europäischen Datenbank EPREL (European Product Registry for Energy Labelling). Dort findet man detaillierte Informationen, die bei der Auswahl und der Beurteilung der Energieeffizienz hilfreich sein können.

Lampenverpackung mit zahlreichen Symbolen und Energieetikette
Nebst der Energieetikette bietet die Verpackung viele weitere Informationen. (Illustration: EKZ-Ratgeber)

Angaben auf der Verpackung von Lampen und Leuchten

Die Verpackung verrät einiges über den Inhalt. Für Lampen und Leuchten sind zahlreiche Symbole und Abkürzungen üblich, die wir hier erklären.

Leistungsaufnahme (W = Watt)

Die elektrische Leistung ist in Watt angegeben, allerdings steht sie nur indirekt mit der Helligkeit der Lampe in Verbindung. Was aber immer gilt: je höher die Wattzahl, desto mehr Energie wird verbraucht.

Farbtemperatur (K = Kelvin)

Die Farbtemperatur wird in Kelvin gemessen und reicht üblicherweise von Warmweiss (2700–3000 K), über Neutralweiss (4000 K) bis zu Tageslichtweiss (6500 K). Im Wohnbereich wird in der Regel Warmweiss bevorzugt. Es gibt auch einige Trendfarben, die noch wärmer sind als Warmweiss. Diese finden vor allem als Stimmungslicht Verwendung.

Lampe in unterschiedlicher Farbtemperatur (1800 K, 2700 K, 3000 K, 4000 K, 5500 K)
Farbtemperaturen von Kerzenlicht bis Tageslichtweiss. (Bild: EKZ-Ratgeber)

Lichtstrom (LM = Lumen)

Der Lichtstrom gibt die vom Leuchtmittel abgegebene Lichtmenge an. Diese Grösse ermöglicht den Vergleich der Helligkeit verschiedener Leuchtmittel. Oft ist gleichzeitig angegeben, welcher Wattzahl einer Glühbirne die Lumen entsprechen.

Sockel/Fassung

Um sicherzustellen, dass die Lampe in die Leuchte passt, ist es entscheidend, dass auch der Sockel stimmt. Die gängigsten Fassungen sind E27, E14, GU5.3 und GU10. Den kompletten Überblick gibt es im Lampen-Ratgeber von Topten.

Bei LED-Lampen ist zu beachten, dass mit steigender Lumenzahl meist auch die Grösse der Lampe zunimmt. Insbesondere bei Leuchten mit geschlossenem Schirm besteht die Gefahr, dass die neue Lampe möglicherweise nicht in die Leuchte passt oder nicht mehr vollständig abgedeckt wird. Bei knappen Platzverhältnissen ist es daher ratsam, die alte Lampe mit in den Laden zu nehmen.

Tischleuchte mit vorstehender Lampe
So besser nicht: die Lampe ragt aus dem Lampenschirm der Tischleuchte heraus. Kippt sie um, könnte die Lampe zu Bruch gehen. (Foto: Nadja Gross)

Lebensdauer (h = Betriebsstunden)

Die mittlere zu erwartende Lebensdauer gibt an, wie lange das Leuchtmittel voraussichtlich funktioniert, bevor es ausfällt. Bei LED reicht diese typischerweise von 20’000 bis 100’000 Stunden. Teilweise wird die Lebensdauer auch in Jahren angegeben, wobei 10 bis 50 Jahre bei durchschnittlicher Nutzung für eine LED-Lampe gängig sind. Dennoch können auch LED-Lampen vorzeitig ausfallen, da neben dem LED-Modul auch andere Bauteile betroffen sein können. Daher ist es ratsam, immer die Kaufquittung aufzubewahren.

Dimmbarkeit

Dimmbare Lampen und Leuchten sind als solche gekennzeichnet. Wenn das Dimm-Symbol durchgestrichen ist, bedeutet dies, dass die Lampe nicht gedimmt werden kann.

Farbwiedergabe (CRI = Color Rendering Index)

Die Qualität des von einer Lampe erzeugten Lichts in Bezug auf die Echtheit der beleuchteten Farben wird durch den Color Rendering Index gemessen. Ein CRI-Wert von 80 Ra ist Voraussetzung für gutes Licht, während Werte von 85 bis 90 Ra als sehr gut gelten. Zum Vergleich: Farben im Sonnenlicht erreichen einen optimalen Ra-Wert von 100. R oder Ra steht übrigens für den allgemeinen Referenzindex.

Fünf Aufnahmen von Zitronen, beleuchtet mit Ra-Werten von 60 bis 95, wirken flau, blass oder natürlich
Für einen natürlichen Farbeindruck ist ein hoher Ra-Wert erforderlich. (Abbildung: EKZ-Ratgeber)

Abstrahlwinkel (D oder ° = Grad)

Die Angabe des Abstrahlwinkels (teilweise mit D für englisch Degrees gekennzeichnet) ist entscheidend, um zu beurteilen, in welchem Winkel das Licht verteilt wird. Für die Grundbeleuchtung sind mindestens 120° erforderlich. Je nach Leuchte kann jedoch ein Leuchtmittel mit einem grösseren Abstrahlwinkel notwendig sein. LED-Lampen in der verbreiteten Birnenform haben häufig eine andere Lichtverteilung als alte Glüh- und Halogenlampen. Das Licht strahlt stärker nach vorn und weniger zur Seite, was zu einer anderen Lichtwirkung im Lampenschirm führt. Eine Rundum-Abstrahlung wird auf der Verpackung mit 360° angegeben.

Im Gegensatz dazu haben Spots oft deutlich kleinere Abstrahlwinkel von 10 bis 120° und beleuchten damit Flächen gezielter. Ein Spot mit 30° verteilt die Lichtleistung auf einer kleineren Fläche als eine Leuchte mit einem Abstrahlwinkel von 90°. Daher können beleuchtete Flächen trotz gleicher Lumen unterschiedlich hell erscheinen. LED-Spots sind ein idealer Ersatz für Halogen-Spots, mit üblicherweise 36° Abstrahlwinkel.

Leuchtquellen mit unterschiedlichen Abstrahlwinkeln von 30 bis 120 Grad
Je grösser der Abstrahlwinkel, desto weiter wird die Lichtleistung verteilt. (Illustration: EKZ-Ratgeber)

Schutzart (IP = International Protection)

Die IP-Klassifikation kennzeichnet den Schutzgrad einer Lampe gegen Wasser. Dies ist besonders wichtig in feuchten Bereichen wie Badezimmern oder im Freien (Terrassen, Hauseingängen). Die häufigsten IP-Schutzarten im Beleuchtungsbereich sind:

  • IP20: Geeignet für den Innenbereich, bietet keinen Schutz vor Wasser.
  • IP44: Für Räume mit Feuchtigkeit oder Wasserdampf oder überdachte Aussenbereiche, bietet Schutz vor Spritzwasser.
  • IP65: Für Bereiche in der Nähe von Dusche/ Badewanne oder im Freien mit Regenkontakt, schützt vor Strahlwasser.
  • IP67: Für Dusche oder Badewanne oder Aussenbereiche mit längerem Wasserkontakt, Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen.

Manchmal werden auch nur Symbole verwendet, die den Schutz vor Wasser anzeigen. In sicherheitsrelevanten Bereichen empfehlen wir, eine Fachperson zu Rate zu ziehen.

Schaltfestigkeit

Die Schaltfestigkeit eines Leuchtmittels gibt an, wie viele Ein-/Ausschaltungen es aushält, bevor es den Dienst versagt. Sehr gute Leuchtmittel ertragen über 100’000 Ein-/Aus-Schaltungen.

Ratgeber: Beleuchtung zuhause

Der Ratgeber hilft nicht nur beim Strom sparen, sondern auch bei der Wahl der optimalen Beleuchtung für jeden Raum zuhause. Die neue Publikation der EKZ-Energieberatung steht auf der EKZ-Webseite als PDF zum Herunterladen zur Verfügung.

Ratgeber Licht und Lampen: Titelseite, Kurztipps und Empfehlungen für Licht im Bad
Der Lichtratgeber entstand in Zusammenarbeit mit Topten. (Abbildung: EKZ)