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Halogenlampenverbot: Was bedeutet das für die Konsumenten?

Am 1. September 2018 tritt ein sogenanntes Halogenlampenverbot in der EU und der Schweiz in Kraft. Die Verordnung soll dafür sorgen, dass ein grosser Teil der Halogenlampen durch LED-Lampen ersetzt werden, die bis zu 10-mal weniger Strom brauchen. Welche Lampen werden verboten, welche nicht – und wieso?

Stefan GasserStefan Gasser4 min

Im Jahre 2009 beschloss die Europäische Union, ineffiziente Glüh- und Halogenlampen schrittweise zu verbieten. Das Verbot wurde in mehreren Phasen durchgeführt: zuerst wurden die leistungsstarken und besonders ineffizienten Lampen vom Markt ausgeschlossen. Der 1. September 2018 markiert nun den vorläufigen Schlussstrich, ab welchem nur noch ausgewählte Halogenlampen erlaubt sind. Für die nicht mehr erlaubten Lampen steht eine breite Palette von alternativen LED-Leuchtmitteln mit denselben Lampensockeln zur Verfügung.

Grundsätzlich verfügt der Gesetzgeber kein Technologieverbot, sondern gibt Mindestanforderungen an die Energieeffizienz vor – in der Praxis führen diese Anforderungen aber zu einem faktischen Verbot von Halogenlampen. Die gesetzlichen Grundlagen werden in verschiedenen europäischen Verordnungen geregelt. Die Schweiz übernimmt die europäischen Verordnungen und schreibt dies in der Energieverordnung EnEV fest.

Die nachstehenden Aussagen treffen auf den grössten Teil der angebotenen Lampen zu. Für spezielle Typen konsultiere man die EU-Verordnungen gemäss Infobox unten.

Nicht mehr zugelassene Halogenlampen

Alle Hoch-Volt-Lampen (230 Volt) mit den Sockeln E14, E27 und GU10 sind nicht mehr erlaubt, wobei für die schraubbaren Halogenlampen in Birnenform (E14 und E27) eine Übergangsfrist bis zum 31. August 2019 besteht. Sie dürfen noch ein Jahr länger verkauft, aber nicht mehr produziert werden. Für diese Halogen-Lampentypen gibt es schon heute gute LED-Ersatz-Lampen, die sich äusserlich kaum vom Original unterscheiden – aber bis zu 10-mal weniger Strom benötigen.

Die entsprechenden Ersatzprodukte finden sich überall im Handel in verschiedenen Ausführungen. Die effizientesten LED-Produkte (Energieklasse A+ und A++) finden sich bequem auf dem Online-Portal Topten:

Weiterhin zugelassene Halogen-Lampen

Für einige gebräuchliche Halogenlampen gibt es keine (oder nur mit Einschränkungen) erhältliche LED-Ersatzlampen. Diese bleiben weiterhin erlaubt.

Aber auch hier gibt es schon heute Ersatzprodukte, die effizientesten LED-Produkte (Energieklasse A+ und A++) auch auf Topten:

Welche Lampen werden verboten, welche nicht – und wieso?

Wieso werden die einen Halogenlampen verboten und die andern nicht; für die meisten Konsumenten bleibt diese Frage unklar.

  • Die nun verbotenen Halogenleuchtmittel sind alles Hochvoltlampen (230 Volt) und benötigen keinen Transformator. Es gibt für alle Bauformen und Leistungen LED-Ersatztypen, die relativ günstig sind. Berücksichtigt man die Energieeinsparung von bis zu 90%, amortisiert sich der Ersatz einer Halogen- durch eine LED-Lampe in wenigen Monaten – bei einer Lebensdauer der LED-Lampe von 10 bis 20 Jahren.
  • Die stabförmigen Halogenlampen (Sockeltyp R7s) haben meist hohe Leistungen (z.B. 300 Watt) und werden v.a. in Stehleuchten eingesetzt. Die angebotenen LED-Ersatzprodukte sind im Gegensatz zum Original so voluminös, dass sie in den vorhandenen Stehleuchten oft nicht montiert werden können. Die stabförmigen Halogenlampen sind weiterhin erlaubt.
  • Stiftlampen sind sehr klein und finden ihren Einsatz häufig in Tischleuchten. Auch hier gibt es LED-Ersatz-Produkte, die in der notwendigen Leistung aber in vielen bestehenden Leuchten keinen Platz finden. Die Halogen-Stiftlampen (230 und 12 Volt) bleiben weiterhin erlaubt.
  • Für 12-Volt-Reflektor-Lampen gibt es zahlreiche LED-Ersatz-Produkte, dennoch bleibt die Halogenvariante weiterhin zugelassen – mit erhöhten Anforderungen an die Lebensdauer. Niedervolt Reflektor-Lampen benötigen einen zusätzlichen Transformator, viele werden zudem gedimmt. Weil aber einige Transformatoren und Dimmer von bestehenden Systemen nicht kompatibel sind mit LED-Lampen (diese können brummen, flackern oder gar nicht brennen) bleiben auch die 12-Volt-Halogen-Spotlampen weiterhin erlaubt.
    Ein Ersatz dieser Reflektor-Lampen sollte dennoch in Betracht gezogen werden: selbst wenn ein bestehender Transformator oder Dimmer bei der Umstellung auf LED ersetzt werden müsste – die hohe Wirtschaftlichkeit ist gegeben; dies insbesondere im Gastro- und Kleingewerbebereich.

Konsumenten werden somit keine Nachteile durch das Halogenlampenverbot erfahren, im Gegenteil. Hamsterkäufe für die Restbestände lohnen sich nicht. Die Effizienz und Qualität der heute erhältlichen LED-Lampen lassen die anderen Beleuchtungstechniken alt aussehen. Übrigens, die effizientesten LED-Lampen mit Energieklasse A+ und A++ finden sich jederzeit auf dem Online-Portal Topten.

(Download unter www.eur-lex.europa.eu)

  • Nr. 244/2009: Anforderungen an rundum strahlende Lampen
  • Nr. 874/2012: Energieetikette für Lampen und Leuchten
  • Nr. 1194/2012: Anforderungen an Reflektor-Lampen
  • Nr. 1428/2015: Korrekturen zu Nr. 244 und Nr. 1194

  • Nr. 730.02: Verordnung über die Anforderungen an die Energieeffizienz serienmässig hergestellter Anlagen, Fahrzeuge und Geräte (Licht: Seiten 24, 25, 28, 29, 64), Download unter www.admin.ch (-> Systematische Sammlung des Bundesrechts: «730.02»)

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